Neonazistische Aufkleber am Tatort

Kurz nach Bekanntwerden der NSU-Verbrechen Anfang November 2011 wurden an den Fallrohren des Hauses, in dem 2001 Abdurrahim Özüdoğru ermordet worden war, Reste neonazistischer Aufkleber entdeckt. Es handelte sich um Aufkleber der „Fränkischen Aktionsfront“ (F.A.F.), die 2004 vom bayerischen Innenministerium verboten worden war. Anführer der F.A.F. war der damals in Nürnberg wohnhafte Neonazi Matthias Fischer, dessen Name und Telefonnummer ebenfalls auf der „Garagenliste“ der späteren NSU-Terroristen stand. Da die polizeilichen Ermittler zu diesem Zeitpunkt gar nicht nach Neonazis suchten, konnten solche Verbindungen nicht hergestellt werden. Die Frage, ob die Aufkleber bereits zum Zeitpunkt des Mordes an Herrn Özüdoğru auf den Fallrohren des Tatortes in der Siemensstraße/ Gyulaer Straße Nürnberg klebten, wurde nicht geklärt.

Externe Quelle (Links):

Mair, Birgit: Die Opfer des NSU und die Aufarbeitung der Verbrechen (5. aktualisierte und erweiterte Auflage 2021) Nürnberg, S. 65

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